Das Land Brandenburg in Deutschland investiert 1,63 Mio € zum Schutz vor Wolf und Biber

Die Kosten für die Präventionsmaßnahmen im Bundesland Brandenburg stiegen von 650.000 Euro 2017 auf 1,56 Millionen Euro im laufenden Jahr 2019. Rund 1,43 Millionen Euro wurden in den sogenannten technischen Herdenschutz, vor allem den Kauf von Elektrozäunen, investiert. Kauf und Ausbildung von Herdenschutzhunden kostete das Land weitere 56.000 Euro.

Um die Schäden der Schäfer und Landwirte bei Nutztieren zu verringern, hat die Europäische Kommission mit Beginn dieses Jahres die Förderung von Investitionen in den Schutz vor Wölfen von bislang 80 auf 100 Prozent der Anschaffungskosten angehoben, was das Land Brandenburg nun auch voll ausschöpfen will. Brandenburg strebt nun an, dass auch Unterhaltskosten wie Hundefutter und Ausgaben für Tierarztbesuche in den Förderkatalog aufgenommen werden.

Druck auf die Bundesregierung übt auch ein Bündnis von mehr als zehn Verbänden von Herdenhaltern, Schäfern und Naturschützern aus. In Brandenburg sind seit 2017 bis Mitte dieses Jahres rund 340 Anträge für vorbeugende Maßnahmen zum Schutz vor Schäden durch Wölfe und Biber gestellt worden. Rund 175 beziehen sich auf den Schutz von Schafen und Ziegen, knapp 100 auf Rinder und 15 auf Gatterwild.

Sieben Anträge kommen von Teich- und Fischwirten, die Schäden durch geschützte Tierarten wie Kormorane, Silber- und Graureiher, Fischotter und Biber vorbeugen wollen. Laut Ministerium wurden bislang 280 Anträge bewilligt, 13 zurückgezogen und sechs abgelehnt. Nach amtlichen Angaben leben in Brandenburg derzeit bis zu 3.500 Biber und rund 300 Wölfe. Wölfe können seit Anfang 2018 unter bestimmten Bedingungen in Brandenburg geschossen werden. Bislang gab es nur einen Abschuss. Sechs Tiere, die verletzt oder unheilbar krank waren, wurden eingeschläfert.    

Wanderschäfer können schon heute laufende Herdenschutz-Kosten einreichen

Wanderschäfer können noch bis zum 31. August bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) die Förderung ihrer laufenden Kosten zum Herdenschutz beantragen. Darauf hat der Bundesverband Berufsschäfer (BVBS) hingewiesen.

Nach seinen Angaben werden mit dem Förderprogramm seit einigen Monaten auch laufende Kosten und Unterhaltskosten von wolfsabweisenden Zäunen sowie Herdenschutzhunden übernommen. Zuvor waren lediglich Investitionen für Herdenschutzmaßnahmen gefördert worden. Derzeit ist eine Förderhöhe von 36 Euro pro Wanderschaf vorgesehen. Der Antragsaufwand ist dem Verband zufolge überschaubar.

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