Deutscher Bundesrat befürwortet Weidetierprämie

Gemeinsam mit Hessen, Thüringen und Baden-Württemberg hatte Rheinland-Pfalz im Umweltausschuss des Deutschen Bundesrats einen Antrag eingebracht, dessen Forderungen nun in den heute beschlossenen veränderten Bundesratsantrag von Mecklenburg-Vorpommern eingeflossen sind. Die Gelder sollen aus der ersten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) genommen werden. Schaf- und Ziegenhalterinnen und -halter müssen seit vielen Jahren unter erschwerten Bedingungen um ihre Existenz kämpfen. Das durchschnittliche Jahreseinkommen liegt in Deutschland aktuell zwischen € 21.000 und € 25.000, der Fehlbetrag pro Mutterschaf lag 2017 bei rund € 38. Allein in Rheinland-Pfalz ist die Anzahl von Mutterschafen zwischen 1995 und 2017 um 50 Prozent auf 50.000 Muttertiere eingebrochen und das obwohl der Wolf noch gar nicht großflächig in Rheinland Pfalz angekommen ist.


„Wir bitten Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, den Beschluss des Bundesrates umzusetzen und damit die wirtschaftliche Situation der Weidetierhalterinnen und -halter mit der Weidetierprämie real zu verbessern – anstatt immer nur die Bedrohung der Weidetierhaltung durch den Wolf zu beklagen. 

Die traditionelle Weidetierhaltung mit Ziegen und Schafen erhält wertvolle Kulturlandschaften wie Heide, Trocken- und Halbtrockenrasen. Diese Flächen bieten seltenen Tier- und Pflanzenarten, zum Beispiel Zauneidechse, Feuerfalter oder Küchenschelle, einen wertvollen Lebensraum. Das zeigt: Diese naturschutzorientierte Beweidung leistet einen unersetzlichen Beitrag für den Artenschutz. Für diese Leistung müssen Schaf- und Ziegenhalter auch ordentlich honoriert werden. Das gilt auch gerade vor dem Hintergrund der Diskussion um die Wiederkehr des Wolfes und die damit verbundenen nötigen Herdenschutzmaßnahmen. Daher ist es ein großer Erfolg, dass der Bundesrat heute eine jährliche Weidetierprämie von 30 Euro pro Mutterschaf oder Ziege befürwortet hat“

Gemeinsam mit Hessen, Thüringen und Baden-Württemberg hatte Rheinland-Pfalz im Umweltausschuss des Bundesrats einen entsprechenden Antrag eingebracht, dessen Forderungen nun in den heute beschlossenen veränderten Bundesratsantrag von Mecklenburg-Vorpommern eingeflossen sind.

Ulrike Höfken
Umweltministerin Rheinland-Pfalz

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