Herdenschutz in den Alpen

Geführte Weidehaltung

Tierhalter sollten Herdenmanagement und Herdenschutz in den Alpen ihrer Nutztiere der Gegenwart von Wolf, Bär, Luchs und Goldschakal anpassen. Obwohl Nutztiere weniger als 1% der Nahrung dieser Beutegreifer ausmachen, muss Herdenschutz zumutbar und umsetzbar sein. Je nach Gelände, Möglichkeiten, Betrieb und Vorkommen von Beutegreifern stehen verschiedene Schutzstufen zur Auswahl und können unterschiedlich kombiniert werden.

Wir sind eine Gruppe von Herdenschutzexperten und Praktikern aus Österreich, Bayern und Südtirol erfahrene Nutztierhalter und Experten die sich zusammengeschlossen haben um Ihr Wissen weiterzugeben. Diese Webseite wird laufend mit neuen Informationen, Videos und aktuellen Berichten erweitert. In Kürze wird es auch Seminare in den neu gegründeten Herdenschutz-Kompetenzzentren geben. BIOAUSTRIA unterstützt diese Initiative und arbeitet eng mit uns zusammen.

Die Elemente vom Herdenschutz in den Alpen

Der Nachtpferch

Der Nachtpferch stellt oft die einfachste Art und Weise dar seine Nutztiere in der Nacht vor Übergriffe zu schützen. Dies ist vor allem dann zu empfehlen, wenn es bisher nur selten Wolfangriffe in der Nähe gegeben hat. Wölfe greifen meistens in der Dunkelheit an. Dies schliesst aber nicht aus, dass es auch mal bei Tag einen Übergriff geben kann. Daher ist der Nachtpferch nur kurzfristig zu empfehlen.

Elektrische Zäune

Ein europaweit bewährtes Mittel um Schaf-, Ziegen-, Rinder- und Pferdeherden zu schützen sind elektrische Zäune. Elektrische Zäune haben sich als äußerst effektiv zum Abhalten von unerwünschte Besuchern erwiesen.

Wenn keine andere Unterstellmöglichkeit gegeben ist, wird auf Almweiden zum Einsatz von elektrischen, flexiblen und mobilen Weidenetz -Zäunen gegriffen, die über Nacht oder bei schlechter Sicht, die gehüteten Nutztiere besonders schützen. In Bereichen um Bauernhöfe verwenden Viehbesitzer oft Fix-Zäune. Diese sollten in Gebieten wo Beutegreifer anwesend sind mit elektrischen Litzen verstärkt werden.

Hirten

Hirten organisieren die Schafe, kümmern sich um ihre Gesundheit,
bewachen sie gegen jede Art von Gefahr, retten das Vieh vor Wetterwechsel, ziehen mit der Herde in verschiedene Weidegebiete um, bauen und reparieren die Zäune und helfen beim Ablammen. Hirten müssen eine umfassende Ausbildung haben, um eine Viehherde in Anwesenheit von großen Beutegreifern zu behirten.

Hütehunde

Seit Jahrhunderten unterstützen Hütehunde den Hirten bei seiner täglichen Arbeit und arbeiten auf Befehl des Hirten. Im unwegsamen und weitläufigen Gelände sind sie eine große Hilfe dabei auf Befehl, meist per Pfiff, die Schafe in die gewünschte Richtung oder an den gewünschten Ort zu treiben.

Herdenschutzhunde

Die Arbeit mit Hunden ist aufwendig, aber bei Beweidung inmitten von Wolfsgebieten und ab einer gewissen Herdengröße durchaus empfehlenswert und rentabel. Herdenschutzhunde sind nur sozialisiert. Für ihre Aufgabe als Herdenschutzhund sind sie nicht auf Befehle vom Hirten angewiesen, sondern agieren mit ihrem Instinkt und ihrem angeborenen Verteidigungsverhalten.

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