Großes Interesse an Herdenschutz in Südtirol

Am 14. Dezember 2019 organisierte die European Wilderness Society Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema Herdenschutz in Tschengls, Südtirol.

Unterstützt wurde die European Wilderness Society bei der Veranstaltung von Thomas Schranz, einem Wanderschäfer aus Tirol, und Rene Gomringer, einem Experten für Schafzucht aus Bayern.

Unter dem Titel „Die Zukunft der Weidewirtschaft im Vinschgau – Möglichkeiten und Potentiale innerhalb der Europäischen Union“ wurde besprochen, wie man Nutztiere, Menschen und Beutegreifer in Südtirol schützen kann. Herdenschutz bietet dazu mehrere Möglichkeiten, weswegen Information und Austausch der Betroffenen notwendig ist. Traditionelle Behirtung ist jedoch nicht nur vorteilhaft, um Nutztiere vor Beutegreifern zu schützen. Tiergesundheit so wie die Biodiversität auf den Almen kann auch davon profitieren. Außerdem kann sie neue Vermarktungswege eröffnen, wenn diese aktiv erschlossen werden. Wenn das Potenzial richtig genutzt wird, kann es dazu führen, dass Schafhalter wieder fairere Preise für ihr Produkte erhalten, die traditionelle Almwirtschaft erhalten bleibt und die Biodiversität gefördert wird.

Seit Oktober 2019 ist per Beschluss des Europäischen Gerichtshofes kein Wolfabschuss erlaubt. Die einzige Ausnahme ist jene, wenn er innerhalb einer Einzäunung vorzufinden ist. Und das bedeutet flächendeckenden Herdenschutz.

Max Rossberg
Chairman European Wilderness Society

All dieses Potenzial kann jedoch nicht von den Schafhaltern alleine erschlossen werden, es benötigt sowohl finanzielle als auch fachliche Unterstützung von öffentlicher Seite und einen gesellschaftlichen Konsens, dass Produkte aus artgerechter und umweltfreundlicher Tierhaltung ihren Preis haben.

In der abschließenden Diskussion, die bis in die Abendstunden dauerte, wurde angeregt darüber diskutiert,wie die Zukunft der Almwirtschaft in Südtirol aussieht. Die bestimmenden Themen waren dabei die Rückkehr der große Beutegreifer sowie die Machbarkeit von Herdenschutz im alpinen Terrain. Dabei wurde klar, dass viele Bauern sich mehr praktische Unterstützung wünschen. Um diesem Wunsch nachzukommen, hat die European Wilderness Society unter der Führung von Bio AUSTRIA ein LIFE-Projekt eingereicht, dass sich darauf konzentriert, Bauern im Herdenschutz zu schulen.

Weitere Informationen zu LIFEstockProtect finden Sie hier.

Das große Interesse an Herdenschutz in Südtirol zeigte sowohl die Besucherzahl – mehr als 70 Interessierte fanden sich ein – als auch das Medienecho auf die Veranstaltung. Mehrere Zeitungen berichteten im Nachgang über die Veranstaltung.

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