Herdenschutz schützt nicht nur vor Wölfen

Herdenschutz wird oft mit Schutz vor dem Wolf gleichgesetzt. Jedoch ist der Wolf bei weitem nicht die einzige Bedrohung für Nutztiere auf der Weide. Eine Statistik aus dem Jahr 2018 aus Südtirol zeigt, dass zwar 60 Tiere von Wölfen gerissen, allerdings wurden auch 21 Tiere von anderen Raubtieren gerissen, wahrscheinlich Füchsen oder Hunden. Und Risse sind bei Weitem nicht die größte Gefahr für Tiere auf der Weide. Über 1000 Tiere starben der gleichen Studie zufolge durch Unfälle und ähnliches.

Diese Statistik zeigt, dass der Wolf nicht die größte Sorge von Viehhaltern ist. Unfälle lassen sich zwar nicht vermeiden, der Einsatz von Zäunen, Hirten und Herdenschutzhunden kann jedoch dazu beitragen, dass einzelne Tier sich nicht von der Herde trennen und durch Abstürze oder Verkehrsunfälle sterben.

Der Wolf ist nicht das einzige Raubtier

Herdenschutz hilft außerdem gegen sämtliche Art von Raubtieren. Darunter fallen nicht nur Wildtiere, wie Wölfe, Bären, Goldschakale oder Luchse, sondern auch Haustiere wie Hunde und Katzen. Lange ist schon bekannt, dass streunende Hunde und Katzen eine ernsthafte Bedrohung für wildlebende Arten sind. In Brasilien wird der Hund mittlerweile als das „gefährlichste Raubtier“ überhaupt angesehen und in Mitteleuropa stellen jagende Hauskatzen eine ernsthafte Bedrohung für Vögel dar.

Besonders für Geflügel und kleine Nutztiere sind streunende Hunde und Katzen eine echte Bedrohung. Im August drangen bei Cottbus zwei Berner Sennenhunde in eine Gehege für Gänse und töteten über 100 Gänse, es könnte sich sogar bis auf zweihundert erhöhen.

Es ist als Viehhalter also ein Trugschluss, man müsse sich nicht mit Herdenschutz auseinandersetzen, wenn es kein Wölfe in der Nähe gibt. Wie der Name schon sagt, geht es beim „Herden“-Schutz um den Schutz der Herde vor sämtlichen Gefahren, nicht um den Schutz des Wolfes. Herdenschutz soll ein Mittel sein, um das Zusammenleben von Vieh, Mensch und Wildnis zu erleichtern.

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