Wolf

Die Wildnis braucht die Wölfe – die Wölfe aber nicht die Wildnis!

Im Yellowstone-Nationalpark in den USA verschwanden allmählich die Weiden- und Pappelwälder und mit ihnen viele Tiere und Pflanzen. Dass das etwas mit der Ausrottung der Wölfe zu tun hatte, wurde erst klar, als sich 1995 die Wölfe dort wieder ansiedelten. Große Beutegreifer tragen aktiv zu einem natürlichen und ausgewogenen Ökosystem bei. Dies ist auch für Europa eine wichtige Erkenntnis.

Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

Niemand braucht Angst vor den großen Beutegreifern zu haben. Selbst die Mythen, die sich um Bär, Wolf und Luchs ranken, sind nicht immer auf den ersten Blick schlüssig und haben sich im Laufe der Zeit immer wieder gewandelt. Doch eines sind sie immer geblieben: Märchen! 

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Vorkommen in Europa

Der Wolf war einst in ganz Europa verbreitet, bis er im 19. und 20. Jahrhundert fast ausgerottet wurde. Obwohl Wölfe abgelegene Orte mögen, kreuzen sie auf ihren Wanderungen die menschliche Infrastruktur. Mit der
aktuellen hohen Anzahl von Wildtieren – vor allem Rehe, Hirsche und Wildschweine – finden die Wölfe ausreichend Nahrung und die Wolfpopulation steigt wieder an.

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Nahrung und Fressverhalten

Als Fleischfresser frisst ein einzelner Wolf 2 – 4 kg Fleisch pro Tag, was in etwa einem Stück Rotwild pro Monat entspricht. Ein Wolfsrudel jagt normalerweise größere Tiere. Einzelne Wölfe jagen kleinere Tiere wie Kaninchen, Füchse oder kleine ungeschützte Nutztiere. Das Jagen ist für Wölfe generell eine gefährliche Aufgabe. Deshalb versuchen Wölfe jegliches Risiko zu vermeiden und beobachten ihre Beute bis zu zwei Wochen, um die schwächste und folglich leichteste Beute zu finden. Ungeschützte Nutztiere machen in der Regel weniger als 1% ihrer Ernährung aus.

Familienleben und Fortpflanzung

Wölfe leben am liebsten in einem engen Familienverband, dem Wolfsrudel. Wolfsrudel neigen dazu, in ihrem Territorium zu bleiben, diese sind in der Regel mindestens 20 000 ha groß. Junge Wölfe verlassen das Rudel im Alter von 2 – 3 Jahren, um nach einem Partner zu suchen. Ein junger Wolf kann bis zu 70 km pro Tag wandern und mehr als 2 000 km zurücklegen, um einen Partner zu finden. Der Nachwuchs wird im Spätfrühling geboren und tritt nach 6-7 Monaten dem Jagdrudel bei.

Zusammenleben von Menschen und Wolf

Der Wolf vermeidet in der Regel jede Konfrontation mit dem Menschen. Wölfe können sich aber aus Neugier den Menschen nähern. Genau wie bei jedem anderen wilden Tier müssen Menschen vorsichtig sein, wenn ein Wolf Tollwut hat oder wenn er durch Anfütterung an Menschen gewöhnt ist, wenn der Wolf verwundet ist, sich bedroht fühlt oder angegriffen wird. Im Falle einer Wolfsbegegnung sollte man nicht weglaufen, sondern stattdessen langsam zurückgehen, das Tier im Auge behalten und ruhig reden.

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